LNdW 2026 am 26. Juni 2026

Einblicke in unsere Forschung – Stationen und Experimente
Am 26. Juni 2026 öffnete das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden von 17:00 bis 24:00 Uhr seine Labore und Technika zur Dresdner Langen Nacht der Wissenschaften. Besucherinnen und Besucher konnten aktuelle Forschung aus der Polymer-, Material- und Oberflächenwissenschaft kennenlernen, Experimente beobachten und an zahlreichen Stationen selbst aktiv werden.
Das Programm reichte von der Entwicklung und Prüfung moderner Kunststoffe über Nanotechnologie und Mikroplastikforschung bis hin zu Biomaterialien, intelligenten Oberflächen und nachhaltigen Produktionsverfahren. Ergänzt wurde das Angebot durch Beiträge der Technischen Universität Dresden.
Zu den präsentierten Themen und Mitmach-Angeboten gehörten unter anderem:
Materialien entwickeln, verarbeiten und prüfen
- Test it, break it, make it better!
An verschiedenen Beispielen wurde gezeigt, wie Kunststoffe und Verbundwerkstoffe geprüft, belastet und hinsichtlich ihrer mechanischen Eigenschaften bewertet werden. - Vom Granulatkorn zum Bauteil – 3D-Druck hautnah
Besucherinnen und Besucher konnten verfolgen, wie aus Kunststoffgranulat oder Filament mithilfe verschiedener Extrusionsprozesse ein dreidimensionales Bauteil entsteht. - Kunststoffe in Form gebracht
Die Station gab Einblicke in die Kunststoffverarbeitung und zeigte am Beispiel des Spritzgießens, wie polymere Werkstoffe in die gewünschte Form gebracht werden. - Kunststoffe gegen Laserschwert
Demonstriert wurde, wie Laser zur Bearbeitung, Strukturierung und Funktionalisierung von Kunststoffoberflächen eingesetzt werden. - Wir spinnen! – Und das ist auch gut so
Vom Kunststoffgranulat über Hightech-Fasern bis hin zu textilen Implantaten konnten die Gäste moderne Fasertechnologien und ihre Anwendungen kennenlernen.
Nachhaltigkeit, Nanotechnologie und Umweltanalytik
- Wie beschleunigte Elektronen die Industrie von morgen grüner machen
Vorgestellt wurde ein Verfahren, mit dem Biopolymere durch energiereiche Elektronen ohne zusätzliche chemische Additive verarbeitet und gezielt für neue Anwendungen aufgewertet werden können. - Große Moleküle für kleine Partikel: Polymerforschung trifft Nanotechnologie
Die Station erläuterte, wie Polymere zur Herstellung und Stabilisierung von Nanopartikeln beitragen und welche Anwendungen sich daraus ergeben. - Mikroplastik in unserer Umwelt und in Lebensmitteln
Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke in moderne Methoden zur Bestimmung von Mikroplastik, darunter Infrarot- und Raman-Spektroskopie sowie Pyrolyse-Gaschromatographie und Massenspektrometrie. - Wettlauf der Moleküle
Mit chromatographischen Experimenten wurde anschaulich gezeigt, wie Stoffgemische getrennt und ihre Bestandteile analysiert werden können.
Oberflächen und Vorbilder aus der Natur
- Sprüh und staune! Können Oberflächen alles abweisen?
Neu entwickelte Beschichtungen konnten mit Schmutz, Farben und Wasser getestet werden. Dabei wurde erklärt, warum bestimmte Stoffe an manchen Oberflächen haften und an anderen abperlen. - Falten – keine Frage des Alters
Am Beispiel strukturierter Elastomeroberflächen wurde gezeigt, wie mikroskopisch kleine Falten gezielt erzeugt und für antibakterielle, reibungsmindernde oder andere funktionelle Oberflächen genutzt werden können. - Was wir von Tieren lernen können?
Die Station stellte natürliche Oberflächenstrategien vor, beispielsweise die Haut von Springschwänzen, und zeigte, wie solche Vorbilder bei der Entwicklung keimabweisender Materialien helfen. - Die Faszination steckt im Detail
Mithilfe der Lichtmikroskopie konnten Besucherinnen und Besucher Kristalle beim Wachsen beobachten und selbst experimentieren.
Biomaterialien und intelligente Werkstoffe
- Schneckenschleim zu Hydrogelen
Gezeigt wurde, wie Schneckenschleim als natürliche Kohlenstoffquelle genutzt und zu einem funktionellen Hydrogel für einen Mikrofluidik-Chip weiterverarbeitet werden kann. - Farben aus Strom – Elektrochromismus
Die Station demonstrierte Materialien, die bei Anlegen einer geringen Spannung ihre Lichtdurchlässigkeit oder Farbe verändern und beispielsweise für intelligente Fenster verwendet werden können. - Sticky Flummibälle selbst gemacht
Bei diesem Mitmach-Experiment konnten die Gäste selbst vernetzte Polymerbälle herstellen. - Physik in der Küche
Alltägliche Zutaten und Küchengeräte wurden genutzt, um physikalische Phänomene wie Flüssigkeitsmischungen, springende Wassertropfen oder tanzende Erdnüsse anschaulich zu erklären.
Die Stationen machten sichtbar, wie Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Wissenschaft zusammenwirken. Die Gäste konnten direkt mit Forschenden ins Gespräch kommen, moderne Untersuchungsmethoden kennenlernen und selbst erfahren, wie vielseitig Polymere in Medizin, Umwelttechnik, Produktion und Alltag eingesetzt werden.
Weitere Programmpunkte
Zum weiteren Angebot der Langen Nacht der Wissenschaften 2026 gehörten:
- ein Showroom mit interaktiven Exponaten aus der Polymerforschung,
- 3D-/4D-Bodyscans und virtuelle Avatare in Zusammenarbeit mit dem Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden,
- die Station „Sensorik entdecken: Wie Technik unsere Welt misst“ gemeinsam mit dem Institut für Werkstoffwissenschaft der TU Dresden,
- ein Kinder-Quiz für junge Besucherinnen und Besucher,
- Einblicke in die Ausbildung am IPF,
- ein Kuchenbasar und Biergarten im Innenhof,
- ein Live-Auftritt der Band „UPstairs“, die den Abend musikalisch begleitete.
Gewinnerinnen und Gewinner des Kinderquiz
In diesem Jahr wurden unter allen Teilnehmenden des Kinderquiz vier Preise verlost. Gewonnen haben Jessica S., Hennig K., Arthur E. und Ellie B. Die Gewinne haben die vier Glücklichen inzwischen erreicht.
Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!
Dankeschön!
Ein herzliches Dankeschön an alle, die mit ihrem Engagement zur Vorbereitung und zum Gelingen der Langen Nacht der Wissenschaften 2026 beigetragen haben: unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Mitarbeitenden aus Verwaltung und Technik, unsere Auszubildenden und Studierenden, unsere Kolleginnen und Kollegen von der TU Dresden, Vita Bistro, die Band „UPstairs“ sowie unser Fotograf Carsten Beier.
Besonders danken wir auch allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Interesse, ihre Neugier und die vielen anregenden Gespräche. Gemeinsam haben sie diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis gemacht.
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