Anliegen der chemisch orientierten Arbeiten ist es, Schmelzereaktionen gezielt für die Darstellung multifunktionaler Polymere auszunutzen. Hierbei kommt es vor allem darauf an, den Besonderheiten von Schmelzeraktionen wie hohe Viskosität, Auftreten von Nebenreaktionen bei hohen Reaktionstemperaturen sowie Abführung eventuell anfallender Kondensate Rechnung zu tragen. Reaktionen sollen so definiert wie möglich geführt werden, um die Strukturen multifunktionaler Polymere ähnlich wie bei Reaktionen in Lösungsmitteln maßschneidern zu können.
Multifunktionelle Kopplungsagenzien
- Synthese multifunktioneller Kopplungsagenzien mit mindestens zwei unterschiedlichen reaktiven Gruppen, die selektiv und unabhängig voneinander reagieren
- Einsatz derartiger Verbindungen u. a. als reaktive Verträglichkeitsvermittler in Polymerblends, bei der Synthese von segmentierten Blockcopolymeren und zur Funktionalisierung von Grenzschichten
- Gewinnung von Know-how bezüglich der dabei ablaufenden Reaktionen als Grundlage für neue Methoden zur variablen Polymermodifizierung in Schmelze
Reaktive Polymere
- Synthese reaktiver Polymere, deren Einsatz in Mehrkomponentensystemen sowie Untersuchungen zum Ausmaß ihrer chemischen Reaktionen und deren Wirkung auf Multifunktionalität, z. B. Untersuchung des Einflusses von Reaktionen funktionalisierter Kautschuke auf den Härtungsprozess von Duroplastharzen sowie deren Morphologie und Eigenschaften
Multifunktionale Polykondensate
- Darstellung multifunktionaler Polykondensate mit reaktiven oder zur Wechselwirkung befähigten Gruppen über verschiedene Verfahren der Schmelzepolykondensationen und variable Einstellung von Funktionseigenschaften über nachfolgende Modifizierungsreaktionen an den Endgruppen oder über spezifische Wechselwirkungen mit niedermolekularen Verbindungen
Dr. Frank Böhme
Tel.: 0351 4658-298
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